Seit 2018 wird in Thüringen der kommerzielle Anbau von Haselnüssen erprobt. Ziel des Projekts ist es herauszufinden, ob die regionale Produktion wirtschaftlich rentabel ist. Die Versuchsplantage auf dem Hof Sallach in Partschefeld (Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel) über dem Saaletal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt entstand in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft im ländlichen Raum und dem Institut für Gartenbau.
Die Plantage
Standort: Hof Sallach, Partschefeld, Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel
Größe: ca. 200 Bäume in 10 Reihen
Sorten: 6 verschiedene Haselnusssorten im Vergleichstest
Pflanzentypen: Veredelte Bäume auf Baumhasel-Unterlage sowie wurzelechte Haselnüsse
Besonderheit der Baumhasel-Unterlage: Durch ihre Pfahlwurzel kann sie Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen – ein entscheidender Vorteil in trockenen Sommern
Pflege und Bewirtschaftung
Düngung
Die Düngung erfolgt vollständig natürlich durch den Kot von rund 900 Gänsen, die auf dem Betrieb gehalten werden. Auf mineralische Düngemittel wird bewusst verzichtet.
Bewässerung
Ausreichende Wasserversorgung ist in Thüringen essenziell für einen guten Ertrag. Daher wurde ein Regenwasserspeicher mit 55 m³ Fassungsvermögen (75.000 Liter) errichtet, der Dachwasser der landwirtschaftlichen Gebäude sammelt. Eine automatische Pumpe versorgt die Bäume täglich mit 2–3 Litern Wasser über ein unterirdisches Tropfbewässerungssystem.
Schnitt
Frühjahr: Rückschnitt der Schosser (Jungtriebe)
Sommer: Auslichtungsschnitt für mehr Licht in den Kronen; Entfernung von nach innen wachsenden Ästen und Saftschossern
Beim Verschneiden der rund 200 Bäume kommt eine Elektroschere zum Einsatz
Pflanzenschutz
Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen:
Haselnussbohrer – legt Eier in unreife Nüsse; die Larven fressen die Nüsse von innen und überwintern im Boden (zweijähriger Entwicklungszyklus)
Marmorierte Baumwanze
Braunfäule – wird auf Zink- und Bormangel zurückgeführt; Behandlung durch gezielte Blattdüngung mit Mikronährstoffen mittels Vernebelungsspritze
Pilze und Bakterien
Winterschadensbehebung
Im Frühjahr werden die Bäume auf Schäden durch Wildverbiss (Hasen, Rehe) und Wühlmäuse kontrolliert. Abgestorbene Bäume – etwa 20 % des Bestands – werden durch Jungpflanzen ersetzt. Zum Schutz erhalten neue Pflanzen eine Kunststoffmanschette um den Stamm.
Ernte
Haselnüsse reifen je nach Sorte und Standort zwischen September und Mitte Oktober.
Ernteablauf
Auffangnetze (600 Netze pro Reihe) werden zwischen den Bäumen aufgespannt – die Nüsse bleiben sauber und trocknen besser
Aufsammlung bei kleinen Mengen manuell mit der Nussrolle, bei größeren Mengen mit einer Saugmaschine (inkl. Vorreinigung)
Trocknung bei niedrigen Temperaturen und guter Durchlüftung in Obststiegen
Kalibrierung und Sortierung – hohle Nüsse werden aussortiert
Knacken – ein Teil der Nüsse wird geschält vermarktet
Erster nennenswerter Ertrag
Im fünften Standjahr wurde auf dem Hof Sallach erstmals eine lohnenswerte Ernte eingefahren: 160 kg Gesamtertrag.
Weiterverarbeitung & Vermarktung
Die Haselnüsse werden über die Direktvermarktung des Hof Sallach verkauft – sowohl ungeknackt als auch geknackt. Ziel ist es, Kunden ganzjährig mit nachhaltig in Thüringen produzierten Haselnüssen zu versorgen. Dazu zählen auch in Zukunft vielleicht auch weiterverarbeitete Haselnussprodukte, wie zum Beispiel:
Brotaufstrich
Nussöl
Ausblick
Für eine wirtschaftlich rentable Produktion im größeren Maßstab sind noch Investitionen erforderlich:
Automatische Reinigungs- und Sortiermaschine
Elektrische Knackmaschine
Das Projekt auf dem Hof Sallach zeigt: Regionaler Haselnussanbau in Thüringen ist möglich – und hat Zukunft.
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Das Projekt
Seit 2018 wird in Thüringen der kommerzielle Anbau von Haselnüssen erprobt. Ziel des Projekts ist es herauszufinden, ob die regionale Produktion wirtschaftlich rentabel ist. Die Versuchsplantage auf dem Hof Sallach in Partschefeld (Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel) über dem Saaletal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt entstand in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft im ländlichen Raum und dem Institut für Gartenbau.
Die Plantage
Pflege und Bewirtschaftung
Düngung
Die Düngung erfolgt vollständig natürlich durch den Kot von rund 900 Gänsen, die auf dem Betrieb gehalten werden. Auf mineralische Düngemittel wird bewusst verzichtet.
Bewässerung
Ausreichende Wasserversorgung ist in Thüringen essenziell für einen guten Ertrag. Daher wurde ein Regenwasserspeicher mit 55 m³ Fassungsvermögen (75.000 Liter) errichtet, der Dachwasser der landwirtschaftlichen Gebäude sammelt. Eine automatische Pumpe versorgt die Bäume täglich mit 2–3 Litern Wasser über ein unterirdisches Tropfbewässerungssystem.
Schnitt
Pflanzenschutz
Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen:
Winterschadensbehebung
Im Frühjahr werden die Bäume auf Schäden durch Wildverbiss (Hasen, Rehe) und Wühlmäuse kontrolliert. Abgestorbene Bäume – etwa 20 % des Bestands – werden durch Jungpflanzen ersetzt. Zum Schutz erhalten neue Pflanzen eine Kunststoffmanschette um den Stamm.
Ernte
Haselnüsse reifen je nach Sorte und Standort zwischen September und Mitte Oktober.
Ernteablauf
Erster nennenswerter Ertrag
Im fünften Standjahr wurde auf dem Hof Sallach erstmals eine lohnenswerte Ernte eingefahren: 160 kg Gesamtertrag.
Weiterverarbeitung & Vermarktung
Die Haselnüsse werden über die Direktvermarktung des Hof Sallach verkauft – sowohl ungeknackt als auch geknackt. Ziel ist es, Kunden ganzjährig mit nachhaltig in Thüringen produzierten Haselnüssen zu versorgen. Dazu zählen auch in Zukunft vielleicht auch weiterverarbeitete Haselnussprodukte, wie zum Beispiel:
Ausblick
Für eine wirtschaftlich rentable Produktion im größeren Maßstab sind noch Investitionen erforderlich:
Das Projekt auf dem Hof Sallach zeigt: Regionaler Haselnussanbau in Thüringen ist möglich – und hat Zukunft.